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Berufsbild des Taxifahrers

„Der Fahrgast, der einzige Grund dafür, dass es Taxis gibt!”

Als Taxifahrer sollten man immer daran denken: Kein Fahrgast - kein Einkommen.

Diese Quelle unserer Lebensgrundlage zu hüten und zu pflegen ist oberstes Geschäftsprinzip.

Taxifahrer ist ein Beruf mit hochintensivem Kundenkontakt. Und das ist das herausfordernde am Taxifahren. Keine Fahrt und kein Fahrgast gleichen dem anderen, nie wird es langweilig. Aber auch Stammkunden zu befördern macht Spaß. Oft kann man interessante Gespräche fortführen oder auch Dienstleistungen die nicht direkt mit einer Beförderung zusammenhängen erbringen. (z.B. Einkaufen)

Der Kunde bekommt für sein Geld keine Ware an der er sich lange erfreuen kann, sondern nur eine Veränderung seines Standortes. Deshalb ist es wichtig, dass jeder Kunde das Erlebnis Taxifahrt positiv in Erinnerung behält. Nur der Kunde, der bei jeder Fahrt zufriedengestellt wird, bleibt auf Dauer (zahlender) Kunde.
Kunden langfristig an sich zu binden ist das Ziel; daran ist der Fahrer als Werbeträger für die Dienstleistung Taxifahrt maßgeblich beteiligt.

Deutschland wird oft als Dienstleistungswüste bezeichnet, und sicher kann jeder von einem negativen Erlebnis in diesem Bereich berichten. Taxifahrer sollten daher als Dienstleistungsprofis besonders angenehm auffallen, denn der Beruf des Taxifahrers besteht zu 100% aus Dienstleistung und Kompetenz.

Welche Qualifikation brauche ich, um den Beruf Taxifahrer auszufüllen?

Natürlich muss ich die sogenannte 'Kerndienstleistung' Taxifahrt beherrschen.
Dazu zählen erstmal:

Zweitens muss ich auf fremde Menschen unvoreingenommen zugehen können. Ein großer Teil der Kundschaft ist auf unsere Hilfe angewiesen. Der Umgang mit älteren, oft auch gebrechlichen oder kranken Menschen ist nicht ganz einfach und erfordert vielfach Geduld und Einfühlungsvermögen.
Berührungsängste sind bei einem Dienstleister völlig fehl am Platz. Manchmal muss man einfach mit anfassen können.

Warum klappt das bei einigen Fahrern besser als bei anderen?

Sie sollten immer positiv auf Menschen zugehen können, selbst wenn es ihnen nicht so gut geht. Ein erfahrener Taxifahrer merkt schon beim Einsteigen in welcher Stimmung sich der Fahrgast befindet. Er merkt, ob es der Fahrgast eilig hat, ob es ihm zu warm ist oder ob er traurig ist. Er passt seinen Fahrstil und sein Verhalten automatisch dem Fahrgast an, ohne überhaupt darüber nachdenken zu müssen. Der Fahrgast steigt dann aus und denkt sich: "Das war aber eine angenehme Fahrt", und weiß noch nicht einmal warum. Sie sollten sich ab und zu mal selbst prüfen, ob sie als Fahrgast mit sich als Taxifahrer wirklich zufrieden wären.

Ebenso schätzt ein guter Taxifahrer brenzlige Situationen richtig ein und kann dadurch aufkeimende Probleme häufig schon im Ansatz klären. Dazu ist Einfühlungsvermögen und Verständnis mit einem Schuss Psychologie notwendig. Wenn der Kunde spürt, dass man durch private Sorgen oder Probleme abgelenkt ist, und sich nicht auf seine Arbeit konzentriert, wirkt das höchst unprofessionell. Taxifahren als Nebenerwerb ist keine Entschuldigung für schlechte Laune, Müdigkeit oder Faulheit. Taxifahrer sollten ihren Beruf mögen und sich damit identifizieren.

Nur bei der richtigen Einstellung des Fahrers zu seinem Beruf wird sich bei ihm eine innere Zufriedenheit einstellen, die zu einer positiven Beziehung zwischen Fahrgast und Fahrer beiträgt.

Ohne gute Sprachkenntnisse keine gute Dienstleistung

Viele Fahrgäste haben keine Lust sich mit einem schlecht deutsch sprechenden Taxifahrer herumzuärgern, sich Missverständnissen auszusetzen und dann noch für die Fehler des Taxifahrers zu bezahlen. Da verzichten sie lieber ganz auf unsere Dienstleistung. Ein Fahrer, der sich nicht richtig verständigen kann, hat auch eine Menge Stress mit seinen Fahrgästen und die Fahrgäste mit ihm. Dabei liegt es allein an ihm, wenn es zu Problemen kommt, denn er erfüllt eine der Grundvoraussetzungen für jeden guten Dienstleister nicht.

Aber auch ausländische Fahrgäste haben Anspruch auf guten Service. Mit der "Weltsprache" Englisch ist fast immer eine Kommunikation mit dem Fahrgast möglich.
Ausländische Kollegen haben oft den Vorteil mindestens eine zweite Sprache perfekt sprechen zu können. Diese Fähigkeit sollten sie für besondere Serviceangebote z.B. Stadtrundfahrt in der Landessprache des Fahrgastes nutzen.

Wie behandle ich den Kunden richtig?

Jede Taxifahrt beinhaltet immer eine individuelle Betreuung des Fahrgastes. Auch wenn ich lange am Halteplatz auf eine Kurzfahrt gewartet habe, ist es falsch, den Kunden spüren zu lassen, dass ich gerne eine längere Tour gemacht hätte. Stattdessen empfange ich den Kunden freundlich und frage auch, ob ich sonst noch etwas für ihn tun kann. Allein durch das Angebot Hilfe leisten zu wollen, löse ich beim Kunden positive Gefühle aus, für die er sich oft in Form von Trinkgeld bedankt.

Einige Beispiele sollen das verdeutlichen:

Bei der Anfahrt zum Kunden stelle ich mich auf der richtigen Straßenseite bereit, um dem Fahrgast das Überqueren der Straße zu ersparen.

Wichtig ist auch noch 'Danke' zu sagen. Lieber einmal zuviel als zu wenig und auch dann, wenn es eigentlich nicht nötig erscheint.

Manchmal kann der Wunsch eines Kunden nicht erfüllt werden.

"Geben sie Gas, ich muss den Zug kriegen!"

Dann sollte der Fahrer den Fahrgast mit Sachverstand aufklären und ihm einen anderen Lösungsweg aufzeigen können. Eine Antwort sollte sich immer positiv anhören; jeder Fahrer sollte auf Fragen immer eine positive Antwort geben können.

Falsch: "Da hätten sie eben früher bestellen müssen."

Richtig: "Wenn wir Glück haben und die Ampeln grün sind, haben wir eine gute Chance den Zug erwischen."

Welche Zusatzleistungen kann ich sonst noch anbieten?

Ein Blick über das Lenkrad hinaus eröffnet zusätzliche Einkommensmöglichkeiten in anderen Bereichen wie z.B. Stadtführung, Kurierdienste oder Einkaufsfahrten.

©1996-2015 Martin Gauchel